Statement: Die Zukunft der städtischen Bühne

 

Die städtische Bühne ist für unser Kulturleben unverzichtbar. Über die Grenzen Bad Nauheims hinaus sind diejenigen bekannt, die durch ihr großes ehrenamtliches Engagement Kultur auf hohem Niveau erlebbar machen. Namentlich sind dies in erster Linie das Theater Alte Feuerwache e.V. mit Förderverein „Freunde des TAF“ e.V. und der Juka e.V. Auch die Stadt Bad Nauheim nutzt die Bühne für städtische Veranstaltungen. Gerade das TAF hat erheblich dazu beigetragen, dass in Bad Nauheim ein Kulturangebot zu finden ist, dass jenseits des „Mainstreams“ unbedingt zu einer Kurstadt gehört.

Leider ist es nicht so, dass man die jetzige Spielstätte in Zukunft unverändert weiter betreiben kann. Umfangreiche und bitter notwendige Renovierungs- und Sanierungsarbeiten stehen für das Badehaus 2 an. Diese werden vom Land Hessen im Rahmen der Arbeiten im gesamten Sprudelhof koordiniert und finanziert. Hier fließen Millionen. Im Gegenzug ist die Stiftung Sprudelhof – an der zu je einem Drittel das Land Hessen, der Wetteraukreis und die Stadt Bad Nauheim beteiligt sind- nicht mehr bereit, die erneuerten Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung zu stellen. Für das Badehaus 2 wird eine jährliche Mietzahlung von 192.528,- Euro an die Stiftung Sprudelhof erwartet. Hierbei handelt es sich um etwas mehr als 2/3 der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. Das ist die Fläche, die die neue Therme nutzen soll, d.h. etwas mehr als die Spielstätte derzeit nutzt. Das sind 12,- Euro pro Quadratmeter incl. Nebenkosten. Somit ergibt sich eine ungefähre Abschätzung der Kosten, die auf die Stadt, das TAF und Juka zukommen, wenn die Spielstätte an dieser Stelle nach der Renovierung weiter betrieben werden soll.

Kultur ist uns viel wert – keine Frage! Es drängt sich aber die Frage auf, ob man für so viel finanziellen Einsatz nicht eine besser geeignete Spielstätte an einem anderen Ort betreiben und das Badehaus gleichzeitig besser auslasten kann. In diesem Zusammenhang kann man gleichzeitig eine Lösung für das aktuelle Platzproblem der Bühne finden. Mehr als 80 Besucher sind derzeit nicht zugelassen, wenn Tische stehen. 99 Leute finden maximal Platz, wenn nur bestuhlt ist. Manchmal wird es schon recht eng im Foyer des Badehauses. Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Spielstätte, wären größere und geeignetere Räumlichkeiten sicherlich wünschenswert. Hinzu kommt: Das Badehaus 2 wird durch eine Verbindung mit der Therme intensiver und ähnlich seiner ursprünglichen Aufgabe genutzt. Die Therme mit Anbindung ist wesentlich großzügiger, verglichen mit der Version ohne Anbindung an den Sprudelhof. Die Anbindung macht die Therme einzigartig und schützt uns vor der umliegenden Konkurrenz. Jugendstil ist zeitlos attraktiv! Ein gleichermaßen ökonomisches wie emotionales Argument.

Ein neuer Anfang an einem anderen Ort bedeutet zunächst mehr Engagement von allen Beteiligten. Neue Orte wurden in der Vergangenheit oft diskutiert, nicht jedoch abschließend verfolgt. Bei solchen Überlegungen spielt natürlich eine Rolle, dass das Badehaus 2 einen besonderen Charme ausstrahlt. Es wird also im Hinblick auf die Suche nach Alternativen nicht wirklich einfach werden. Ein neuer Ort braucht natürlich ebenfalls ein besonderes Ambiente.

An dieser Stelle ist es noch zu früh, konkrete Alternativen anzusprechen. Gedanken und Berechnungen hierzu gibt es natürlich. In erster Linie ist es jedoch nun wichtig, zu erfahren, was die Kulturschaffenden brauchen, um weiter erfolgreich zu sein. Das besondere kulturelle Angebot muss auch in Zukunft nachhaltig stattfinden können. Was hierzu nötig ist, können uns am besten die nennen, die es in erster Linie angeht. Mit Vertretern des TAF und den Freunden des TAF finden in Kürze Gespräche statt. Das TAF und die Freunde des TAF haben hierzu eingeladen.

Die Verlagerung des TAF in das Badehaus 2 fand vor 17 Jahren als Übergangslösung statt. 17 Jahre Übergangslösung sind deutlich zu viel. Jetzt ist es aus mehreren Gründen höchste Zeit, eine dauerhafte Lösung zu finden. Die Stiftung Sprudelhof ist mitten in der Umsetzung ihres Sanierungskonzeptes und der Neubau der Therme steht vor der Tür.

Die SPD ist bereits aktiv geworden, was die Vorbereitung der Suche nach alternativen Standorten angeht. Um schnell handlungsfähig zu sein, ist es wichtig, Gelder im Haushalt für den Planungsprozess zum Umzug der städtischen Spielstätte einzustellen. In diesem Zusammenhang werden wahrscheinlich Dienstleistungen von Architekten oder anderen Sachverständigen beauftragt werden müssen. Unser diesbezüglicher Antrag zum Haushalt 2017/18 mit folgendem Wortlaut: „Für die Planung einer alternativen städtischen Spielstätte sind die erforderlichen Mittel zu ermitteln und in den Haushalt einzustellen.“ Ist bereits am 03. November vom Ausschuss für Sport und Kultur mit 6 Ja zu 2 Nein Stimmen bei einer Enthaltung angenommen worden. Das war ein ganz klar positives Signal. In der nachfolgenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 15. November wurde die in den Haushalt einzuplanende Summe mit 50.000 Euro beziffert. Der so geänderte Antrag wurde einstimmig angenommen. Nun folgt noch die Stadtverordnetenversammlung am 08. Dezember in der Beratungsfolge. Nach deren Zustimmung stehen also sofort Mittel bereit, um ohne Zeitverzug nach Alternativen suchen zu können.