Ein Skatepark für unsere Jugend

In unserer Stadt gibt es keinen speziellen Platz, an dem sich junge Menschen treffen können. Für genau diesen Zweck fehlt uns etwas, eine Landmarke, die junge Menschen anzieht. Dieser Wunsch wird mir gegenüber oft geäußert: Von Eltern, Jugendlichen und Familien.

Im Goldsteinpark könnte so ein Ort, ein Skatepark, entstehen. Das Projekt steht bereits in den Startlöchern, es kann jedoch nur der Anfang sein. Wir sollten auch über weitere Angebote für die 12- bis 20-Jährigen nachdenken. Ein weiteres Konzept entsteht bereits. Es ist wichtig, dass wir erkennen, welche negativen Folgen es hat, wenn wir unseren Jugendlichen keinen attraktiven Platz geben, an dem Sie sich treffen und auch einfach mal “abhängen” können. Wie wir Negatives erkennen und daraus etwas Positives schaffen können, beschreibe ich in diesem Artikel. Außerdem gehe ich auch darauf ein, warum wir den ebenfalls geplanten Greifvogelpark an anderer Stelle errichten sollten.

Mehr Platz für Jugendliche: Wir brauchen Ideen für alle Altersgruppen

Wenn unseren Jugendlichen kein Platz geboten wird, ist es kein Wunder, dass sie sich selbst einen suchen. Immer wieder hört man von Treffen auf dem Holzdeck am großen Teich oder von Versammlungen im Rosengarten hinter dem Kurparkplaza. In Bad Nauheim mangelt es an frei zugänglichen Sportstätten. Auch abends existiert ein Problem: Es zieht junge Menschen in Richtung Frankfurt – mit den verkehrstechnischen und anderen Nachteilen, die damit verbunden sind. Dabei müsste das gar nicht in diesem Maße stattfinden, wenn es entsprechende Angebote in Bad Nauheim gäbe.

Ich suche den Kontakt zu jungen Leuten. Ich möchte wissen, was wirklich Sinn ergibt.

Wir müssen allerdings vermeiden, dass wir vorschnell mit nur einer Idee voranschreiten. Wer über attraktive Angebote für unsere Jugend nachdenkt, der erkennt schnell, dass es Gruppen mit unterschiedlichen Interessen gibt. Natürlich wollen 14-Jährige ihre Zeit anders als 21-Jährige verbringen. Außerdem spielen Tages- und Jahreszeit eine Rolle. Bestimmt können wir mit den Jugendlichen – in den verschiedenen Altersgruppen – gemeinsam stimmige Konzepte herausarbeiten.

Skatepark Bad Nauheim
Der Goldsteinpark kann mit einem Skatepark noch besser werden.

Den Goldsteinpark richtig nutzen: Mit einem Skatepark & Platz für Events

Im Nutzungskonzept des Goldsteinparks heißt es: “Entspannung und Erlebnis für alle Generationen.” Darunter fallen auch die 12- bis 20-Jährigen: Ein Skatepark im Goldsteinpark ist ein ideales Projekt. Es vereint vieles von dem, das wir brauchen. Die Sportfläche wäre so, wie sie angedacht ist, etwas wirklich Besonderes. Die Anlage eignet sich außerdem für die tägliche öffentliche Nutzung und für Events. Die Tribüne unterhalb ergänzt das Konzept hervorragend, wenn im Goldsteinpark Festivals stattfinden. Unter der Woche treffen sich die Jugendlichen dann nicht irgendwo zum Skaten. Sie nutzen auch kein öffentliches Eigentum ab, sondern skaten dort, wo es am besten geht – im Goldsteinpark.

Goldsteinpark Weg Bühne
Mit der Landesgartenschau änderte sich viel im Goldsteinpark.

 

Das Gelände des Goldsteinparks liegt im Bereich der ehemaligen Landesgartenschau. Da es sich in der Nähe des Bahnhofs befindet, gibt es im direkten Umfeld öffentliche Verkehrsmittel. Die Jugendlichen können also einfach und schnell zum Skatepark gelangen. Der Goldsteinpark ist auch deshalb als Standort so attraktiv, weil ein Skatepark in der geplanten Größe nirgendwo sonst im Stadtgebiet sinnvoll untergebracht werden kann.

Wie wir den Skatepark schnell verwirklichen können

Für unseren Skatepark braucht Bad Nauheim natürlich eine besondere Anlage. Sponsoren reden von mindestens 100.000 Euro Investitionssumme. Federführend ist hier der Lionsclub zu nennen, der die erforderlichen Gelder einsammeln wird. Als organisatorischer Partner tritt die Stadt auf. Bad Nauheim würde die benötigte Fläche zur Verfügung stellen und sich nach Fertigstellung um die Pflege der Anlage kümmern.

Der Ort wird so angelegt, dass für alle etwas dabei ist – egal, ob professioneller Skater, Rollstuhlfahrer oder Kinder mit Inlinern.

Mit dem Skatepark soll ein Ort für alle Sportbegeisterten geschaffen werden. Vor allem jungen Menschen wird so ein Raum gegeben, an dem sie sich – im Sinne der freien Jugendarbeit – entfalten können. Alle werden zu eigenverantwortlichem Handeln und Kommunikation untereinander eingeladen. Die soziale Kontrolle soll durch die Vernetzung verschiedener Jugendarbeit betreibender Personen, Gruppen und Institutionen sichergestellt werden.

Der Skatepark weckt jetzt schon Interesse bei Jugendakteuren

Die Wetterauer Amateur Skateboard Liga (WASL), das Jugendhaus, der Jugendbeirat und der Förderverein für Jugendarbeit und Jugendkultur (JuKa) haben großes Interesse daran gezeigt, Veranstaltungen auf der neuen Anlage zu organisieren. Dadurch kann das kulturelle Angebot im Goldsteinpark noch deutlich ausgedehnt werden.
Wir werden auch sozial davon profitieren, wenn wir Jugend und Jugendarbeit im Goldsteinpark noch weiter zusammenbringen.
Wenn wir die verschiedenen Nutzer der Anlage und die Akteure der Jugendarbeit verbinden, dann werden wir als Stadt sozial davon profitieren. Junge Leute werden vertraute Anlaufstellen kennenlernen, die sie bei Problemen erreichen können. Sollte es beispielsweise zu Randale kommen, fällt es den Jugendlichen sicher schwieriger, sich an die Polizei zu wenden als an Personen aus der Jugendarbeit, die sie bereits von Veranstaltungen kennen. So erklärt es ein Beispiel aus dem Nutzungskonzept. Das wäre zudem hilfreich für die Stadt. Weil der Skatepark zu einem zentralen Ort der Freizeitgestaltung werden soll, wird automatisch auch die Motivation höher sein, verantwortungsvoll mit der Anlage umzugehen.

Mehr Ideen für junge Erwachsene: Bars oder eine Disko?

Ein Skatepark reicht nicht aus, um alle jungen Menschen zu erreichen. Um Bad Nauheim für junge Menschen attraktiv zu gestalten, muss mehr geschehen.

Ich freue mich immer wieder, wenn interessante Projekte von jungen Menschen an mich herangetragen werden. Beispielsweise wären Bars oder eine Disko mit junger Zielgruppe eine Möglichkeit, sich an die junge Erwachsene zu wenden, – wie mir eine Frau auf Facebook mitteilte. Auch temporäre Räume über die Wintermonate wären eine Option.

Welche Ideen haben Sie für unsere Jugend? Schreiben Sie mir direkt per Whatsapp:

Wir müssen das Zusammenleben aller Generationen fördern.

Für mich steht fest, dass eine lebendige Stadt nur mit Blick auf junge Generationen Bestand haben kann. Bad Nauheim wächst stetig und ist gerade für junge Familien attraktiv. Daher müssen wir dafür sorgen, dass im Zusammenleben aller Generationen auch für alle Generationen ausreichend gesorgt wird.

Warum ein Greifvogelpark im Goldsteinpark leider nicht funktioniert

In der Diskussion um die Nutzung des Goldsteinparks gibt es eine lange Vorgeschichte. In letzter Zeit ging es hauptsächlich um zwei Möglichkeiten: einen Skatepark und einen Greifvogelpark. Auf der Landesgartenschau habe ich den temporären Park von Ernst Marscheck besucht und war fasziniert. Greifvögel aus unmittelbarer Nähe zu sehen und Flugvorführungen zu beobachten, ist ein seltenes und lehrreiches Erlebnis.

Den Vögeln kann allerdings in Verbindung mit dem Skatepark auf dem Gelände leider nicht das geboten werden, was für eine dauerhafte artgerechte Haltung notwendig wäre.

Deswegen sprechen sich die Untere Naturschutzbehörde und das Veterinäramt des Wetteraukreises inzwischen gegen einen Greifvogelpark im Goldsteinpark aus. Als von den Stadtverordneten beschlossen wurde, beides in Goldsteinpark zu realisieren, ging man noch davon aus, dass sich beide Nutzungen nicht ausschließen. Ein Greifvogelpark wäre eine Bereicherung des Kulturlebens. Für dieses Projekt sollte sich jedoch an anderer Stelle in Bad Nauheim ein geeigneter Platz finden lassen. Hier müssen wir verstärkt suchen, aber diese Herausforderung werden wir meistern.