Thermalsole – Unsere Quelle von Gesundheit und Wohlstand

Wir verdanken den Aufstieg unserer Stadt dem natürlichen Heilmittel Thermalsole. Aus den Tiefen des Gesteins sprudeln Heilquellen, die Linderung bei verschiedensten Krankheiten bringen. Herz- und Gefäßkrankheiten, rheumatische Erkrankungen, Schuppenflechte und Erkrankungen der Atemwege werden mit unserem ortsgebundenen Heilmittel behandelt.

Was wir brauchen: die erneute Zertifizierung als Heilbad

2021 ist es wieder so weit. Bis dahin müssen wir die umfangreichen Anforderungen neu erfüllen und ein Kurmittelhaus schaffen, in dem die verschiedenen Heilanwendungen angeboten werden können.

Ein Treffen mit einer Expertin: Dr. med. Beate Vogtherr

Zu diesem Thema habe ich mich mit Frau Dr. med. Beate Vogtherr, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin und Badeärztin ausgetauscht. Frau Dr. Vogtherr hat an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert und ihre Dissertation in Bad Nauheim an der Klinik für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Balneologie erstellt. Dabei hat sie die Wirkung der Thermalsole an Patienten mit Rheumatoider Arthritis untersucht.

Es gibt viele Kriterien zur erneuten Zertifizierung als Heilbad erfüllt werden. Der Katalog ist zu umfangreich, um darauf an dieser Stelle nicht einzugehen. Als Kernbotschaft beliebt jedoch festzuhalten:

Bad Nauheim muss sein anerkanntes Heilmittel adäquat anbieten können. Hierzu brauchen wir einen Thermenneubau mit Anbindung an das Badehaus 2 im Sprudelhof.

Für Therapieanwendungen und Krankengymnastik steht hier neben dem Besuch der Therme ausreichend Raum zur Verfügung. Das ließe sich als Anbau an eine allein stehende Therme in dieser Qualität nicht verwirklichen. Badeärzte werden dann in Bad Nauheim wieder adäquate Therapien verordnen können.

Um unsere Kurstadt für immer mehr Selbstzahler attraktiv zu machen, benötigt Bad Nauheim ein größeres touristisch-medizinisches Angebot.

Dies zu fördern, ist Aufgabe der Stadt. Allein von Rezepten und Krankenscheinen kann das erforderliche Maß an medizinischer Qualität und Quantität nicht bereitgestellt werden. Kururlaube in Bad Nauheim werden so wieder attraktiv.

Gesundheitstourismus braucht ein kulturelles Rahmenprogramm

Hierzu gehört auch ein angemessenes kulturelles Angebot, das die Gäste in der anwendungsfreien Zeit unterhält. Die ist nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern wird aus gutem Grund bei der Rezertifizierung als Heilbad verlangt. Auch das Übernachtungsangebot ist wichig. Richtig vermarktet, lässt sich als Stadt hiermit zusätzliches Geld verdienen.

Ein Plus für Bad Nauheim: Ein Prädikat als Kneipp-Kurort

Eine hervorragende Ergänzung hierzu ist unser Prädikat als Kneipp-Kurort seit 2011. Der Kneipp-Verein Bad Nauheim/Friedberg mit Dr. med. Lutz Ehnert als Vorsitzenden leistet seit Jahren wertvolle Aufbauarbeit. Kürzlich wurde Bad Nauheim als Kneipp Premium Class Kurort zertifiziert – ein weiterer Schritt zum Kneipp-Heilbad. Medical Wellness und ganzheitliche Gesundheitsangebote rund um die fünf Säulen der Kneipp Lehre ergänzen den schulmedizinischen Ansatz.

Zertifikat als Alleinstellungsmerkmal

Nur so erhalten wir den qualitativ hohen Anspruch aufrecht, den wir an die Gesundheitsversorgung in Bad Nauheim stellen. Nur so können wir uns von nicht zertifizierten Wellness Oasen unterscheiden. Nur so können wir nachhaltig und profitabel Gesundheitstourismus anbieten. Gesundheit ist in Bad Nauheim ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor.

Gesundheitssektor zahlt relativ wenig Gewerbesteuer

Das Thema hat natürlich einen großen finanziellen Stellenwert. Ein nicht zu vernachlässigender Teil der städtischen Einnahmen resultiert aus dem Bäderpfennig. Jährlich fließen ca. 1,5 Mio. Euro vom Land Hessen in unsere Stadtkasse. Diese Transferleistung soll die Stadt dafür entschädigen, dass durch den hohen Anteil der Gesundheitsbetriebe weniger Gewerbesteuer eingenommen wird.

Land Hessen unterstützt mit Bäderpfennig

Andere Städte, die auf Industrie, Handel und Dienstleistung setzen, haben höhere Gewerbesteueraufkommen zur Finanzierung ihrer Infrastruktur, denn der Gesundheitssektor zahlt per Definition kaum Gewerbesteuer. Aber: die attraktiven Angebote einer Kurstadt benötigen mehr finanzielle Mittel.

Ein bisschen Kurort geht nicht. Weder inhaltlich noch wirtschaftlich.

Wir haben das große Potenzial vor Ort und nutzen nur einen geringen Teil. Die aktuellen Unterhaltskosten sind enorm. Da wir weder gesellschaftlich noch finanziell auf das Zertifikat „Heilbad“ verzichten können, muss alles für die Rezertifizierung 2021 getan werden. Hierin liegt unser langfristiger Garant für Wohlstand in unserer Kurstadt.